Wärmeabgabesystem

Schon bei der Planung Ihres Eigenheimes sollten Sie sich für Ihr Heizungssystem entscheiden – und damit auch festlegen, welches Wärmeabgabesystem Sie verwenden wollen. Grundsätzliche Unterschiede bestehen hier zwischen Niedertemperaturheizungen und anderen Systemen: Niedertemperaturheizungen erfordern ein anderes Wärmeabgabesystem als Hochtemperatursysteme.

    

  • Wärmeabgabesysteme mit großer Wärmeabgabefläche und hohem Strahlungsanteil sind energiesparender.
  • Trotz niedriger Raumlufttemperaturen (und weniger Energieaufwand) gleiches Wärmeempfinden!
  • Weniger Luftbewegung, wirbelt weniger Staub auf (Allergiker!)
  • Im Gegensatz zu Konvektionssystemen geringere Lufterwärmung (Erwärmen der Luft durch Luftumwälzung braucht mehr Energie.)
  • Ermöglicht sinnvolle Einbindung der Solaranlage

Heizkörper/Radiatoren

  • Vorteile: gute Regelbarkeit mit Heizkörperthermostatventilen, flinkes System
  • Nachteil: hoher Konvektionsanteil
  • Bei Niedertemperatursystemen braucht man im Altbau meist große Abstrahlflächen.
  • Ältere Heizkörper weisen oft sehr hohe Temperaturen auf (über 50° C) – damit Nachteile der Konvektion.
  • Im Neubau empfiehlt sich Niedertemperatursystem.
  • Zu Dimensionierung und Anordnung der Heizkörper:

    • Bei Niedertemperaturheizungen beachten, dass größere Abstrahlungsflächen erforderlich sind (je nach Dämmung des Hauses unterschiedlich).
    • Heizkörper gibt es in verschiedenen Designs und Farben!
    • Das Fensterglas sollte gut wärmedämmend sein, wird davor ein Heizkörper angebracht.

Konvektoren

  • Meist kleinflächig
  • Mit hoher Vorlauftemperatur zu betreiben
  • Verursachen starke Luftbewegung = Staubaufwirbelung, kaum Strahlungswärme
  • Einsatz schon aus Behaglichkeitsgründen nicht empfehlenswert

Sockelleistenkonvektionsheizung:

  • Erwärmen die Wände über Luftbewegung
  • Zusätzlicher Nachteil: kein Wandverbau möglich!
  • Systeme sind auf Hochtemperatur ausgelegt

Flächenheizung
(Wand-, Fußboden-, Deckenheizung)

Generell gilt: Großflächige "Heizkörper" auf Niedertemperaturniveau vermitteln dem Menschen Wohlbefinden. Flächenheizungen verursachen weniger Konvektion und ermöglichen angenehme Oberflächentemperaturen der uns umgebenden Wände und Böden.

    

  • In gut gedämmten Häusern genügen Vorlauftemperaturen von 30 – 40° C.
  • Bei Fußbodenheizungen auf gute Dämmung achten, wenn der darunter liegende Raum unbeheizt ist!
  • In Wohn- Aufenthalts- und Büroräumen darf aus physiologischen Gründen die Fußboden-Oberflächentemperatur nicht über 27° C betragen.
  • Der Bodenbelag sollte einen geringen Wärmedurchlasswiderstand aufweisen. Ideal sind natürlich Stein- und Fliesenböden. Bei Holzfußböden sind fußbodenheizungsgeeignete Klebeparkette zu bevorzugen.
  • Dünnbett-Heizmatten arbeiten mit elektrischem Strom. Sie erhöhen die Fußbodenoberkante nur minimal
  • Wandheizungen sorgfältig planen: sollten max. bis Kopfhöhe reichen, dort kann man später keinen Wandverbau anbringen, gute Dämmung der Außenwände erforderlich
  • Deckenheizungen bringen Wärmebelastung im Kopfbereich – aus physiologischen Gründen nicht ratsam
  • Wandheizungen haben zwei große Vorteile gegenüber Fußbodenheizungen: Sie sind sehr schnell regelbar, da bloß der Putz zwischen Heizungsrohr und Raumluft liegt. Zusätzlich können Sie die Heizfläche gezielt positionieren, d.h. genau dort anbringen, wo Sie sie haben möchte, etwa in der Sitzecke.

Kachelofen

  • Die Behaglichkeit des Kachelofens kommt vom hohen Strahlungsanteil dieses Heizsystems.
  • Aufheizzeit einplanen – eher träges System
  • Heute gibt es auch schon automatische Abbrandeinrichtungen, das Anheizen kann zu beliebigen Zeitpunkten erfolgen.
  • Sehen Sie einen Abgasthermostaten im Abgasrohr zum Kamin vor, dieser kann die Fußbodenheizung schon im Anheizzeitraum abschalten.

Infrarot-Heizsystem

  • hoher Anteil von Infrarot-Strahlungswärme (entspricht der Sonnenwärme)
  • arbeitet mit Strom
  • kann als Fußboden-, Wand- aber auch als Marmor- oder Keramikheizung ausgeführt werden 

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Die Strahlungswärme von Niedertemperatursystemen wird als besonders angenehm empfunden.