Wärmeerzeuger
Bei der Wahl des Energieträgers sollten neben Komfortansprüchen und örtlichen Gegebenheiten auch die Verfügbarkeit und Umweltauswirkungen eine Rolle spielen. Wenn ein Kessel verwendet wird, sollte er auf die Verfeuerung der von Ihnen eingesetzten Brennstoffe spezialisiert sein – Ihr Fachmann berät Sie dabei.
Beim Austausch bzw. bei der Modernisierung Ihrer Heizungsanlage nicht vergessen, dass der Kamin auf das Heizsystem abgestimmt sein sollte (bei alten Kaminen Gefahr der Tauwasserbildung – Versottung). Der Rauchfangkehrer muss überdies die Gasdichtheit des Kamins überprüfen. Heizungsanlage erst nach entsprechender Dämmung der Baukörper erneuern bzw. modernisieren!
Fernwärme
Wenn auf Ihrem Grundstück ein Fernwärmeanschluss vorhanden ist, sollten Sie diese Heizmethode nutzen! Damit spart man fast die Hälfte an Primärenergie und belastet die Umwelt weniger. Die Wärme entsteht als Nebenprodukt in Müllverbrennungsanlagen oder zum Beispiel auch in Kraft-Wärme-Kopplung-Kraftwerken, die eigentlich der Stromerzeugung dienen. Auch Biomasse-Nah- und Fernwärmeanlagen, die Restholz aus der Forstwirtschaft nutzen, oder Goethermie-Fernwärmeanlagen sind eine Alternative zu Einzelheizungsanlagen. Die dabei entstehende Abwärme wird über ein Netzwerk über das Trägermedium Wasser im gesamten Versorgungsgebiet verteilt.
- Bei der Nutzung von Fernwärme brauchen Sie kein eigenes Heizsystem, keinen Heizraum und keinen Brennstofflagerraum.
- Auch der Wartungsaufwand entfällt.
- Man braucht lediglich die „Übergabestation“ – die Verbindung zur Fernwärme.
- Achten Sie darauf, dass die neue Energiequelle unter den gleichen Voraussetzungen arbeiten kann wie ihre alte (Vorlauftemperatur und Heizzeiten gleich).
Holz/Biomasse
Scheitholz, Hackgut, Pellets oder Holzbriketts sind die gängigen Möglichkeiten, wenn Sie komfortabel mit Biomasse heizen wollen. Sie sind zur Gänze erneuerbare Energieträger, in Österreich ausreichend verfügbar, kostengünstig – und sie verbrennen nahezu CO2-neutral. Biomasseheizungen sollten mit einem Pufferspeicher kombiniert werden (weniger Bedienungsaufwand, bessere Ausnutzung und genauere Steuerung der Wärmeabgabe).
Heizen mit Scheitholz
- Hier bieten sich Holzvergaserkessel an, wie Gebläse-, Vergaser- oder Turbokessel, Ihr Fachmann berät Sie!
- Holzkessel immer mit Pufferspeicher betreiben. Der Pufferspeicher soll die Energiemenge aufnehmen können, die mit einer Füllung abbrennen kann.
- Kachelöfen sind wegen der angenehmen Strahlungswärme sehr beliebt.
Hackschnitzel- und Pelletsheizung
- Die Zufuhr des Brennstoffes erfolgt automatisch aus einem Vorratsbehälter (Lagerraum!) mittels Förderschnecke.
- Zwei Systeme sind üblich: Unterschub- oder Retortenfeuerung. Ihr Fachmann berät Sie!
Sonne/Umweltwärme
Sonnenkollektoren
Die Kraft der Sonne ist unerschöpflich. Ein mehr als überzeugendes Argument für die Solaranlage! Sie unterstützt die konventionelle Heizung. Bei sehr gut gedämmten Häusern und Niedertemperaturheizsystemen können mit Kollektorflächen von 20 – 50 m2 in Kombination mit Pufferspeichern (1000 bis 5000 Liter) Gesamtdeckungsgrade bei Heizung und Warmwasser von 20 – 60 % erreicht werden. Voraussetzung dafür ist natürlich eine sehr gute Dämmung. Übrigens: Die Sonne lässt sich auch passiv nutzen, beispielsweise in einem Wintergarten.
- Wann eine Solaranlage Sinn macht und wie groß sie dimensioniert sein sollte, beantworten Experten, wenn sie Ihre genauen Bedingungen kennen.
- Als Richtwert benötigen Sie pro Person im Haushalt 1,5 m2 Kollektorfläche und 100 Liter Pufferspeichervolumen
- Bei sehr gut gedämmten Niedrigenergiehäusern mit Niedertemperatursystem kann die Solaranlage auch die Raumheizung übernehmen
- Grundsätzlich ist in ganz Österreich ausreichend Sonneneinstrahlung vorhanden.
- Sie liegt bei durchschnittlich 1.100 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
- Höher gelegene Gebiete erreichen sogar Werte über 1.400 kWh.
- Jede ganzjährig unbeschattete Dachfläche, die nicht mehr als 45° von Süden abweicht, ist prinzipiell für Solaranlagen geeignet.
- Auch südseitige Fassaden eignen sich sehr gut als Fläche für Solaranlagen.
- Auch wenn die Sonne einmal nicht scheint, muss nicht kalt geduscht werden.
- Was die Sonne nicht schafft, wird vom vorhandenen Heizsystem nachgeheizt.
- Der Einbau von Solaranlagen wird gefördert, Details dazu erhält man bei den Wohnbauförderstellen des jeweiligen Bundeslandes (Förderungen Sanierung, Förderungen Neubau).
Wärmepumpe
Heizungswärmepumpen nutzen die in der Umgebung im Erdreich, Grundwasser oder der Außenluft vorhandene „Umweltwärme“ zur Raumheizung und Warmwasseraufbereitung.
- In der Wärmepumpe zirkuliert ein Kätemittel – das einfach ausgedrückt – der Umgebung Wärme durch Verdunstung entzieht und diese nach der Gaskomprimierung durch den Kompressor an das Heizsystem abgibt.
- Je nach „Arbeitszahl“ bzw. „Leistungsziffer“ der Wärmpumpe (Ihr Fachmann berät Sie) wird aus einer zum Antrieb des Kompressors eingesetzten kWh Strom ein Mehrfaches an Wärme gewonnen.
- Günstig ist dieses Heizungssystem vor allem bei gut wärmegedämmten Bauten mit Niedrigtemperaturheizungsanlagen.
Niedertemperatur- und Brennwertkessel
Während bei herkömmlichen Kesselkonstruktionen die Kondensation des Wasserdampfes vermieden wird, um keine Korrosionsschäden zu verursachen, nutzen Brennwertkessel die Kondensationswärme des im Verbrennungsgas enthaltenen Wasserdampfes. Achtung: Kamin abstimmen!
- Betriebs- und Bereitschaftstemperatur bei herkömmlichen Kesseln liegt bei 60° C und mehr.
- Niedertemperaturkessel arbeiten mit einer Vorlauftemperatur der Heizungsanlage von nur 40 – 50° C.
- Tieftemperaturkessel sind sogar für noch tiefere Temperaturen geeignet, haben daher weniger Abgas- und Bereitschaftsverluste und brauchen weniger Energie.
Gas
Hier lohnt sich die Brennwertnutzung besonders, weil bei der Verbrennung von Gas mehr Wasserdampf entsteht als bei anderen Brennstoffen. Man unterscheidet bei herkömmlichen Gaskesseln:
- Gebläsebrenner
- Atmosphärische Brenner
- Spezialbrenner (besonders niedrige Abgasbelastung)
- Gastherme (Kombi-Therme), häufig zur Beheizung einzelner Wohnungen im Einsatz, erhitzt nach dem Prinzip des Durchlauferhitzers auch Warmwasser.
Öl
- Ölkessel sind normalerweise mit Ölgebläsebrennern ausgerüstet, seltener mit Verdampfungsbrennern.
Strom
Nur mehr sehr wenige Haushalte heizen mit Strom (meist in Form von Nachtspeicherheizungen auf Basis spezieller Stromtarifmodelle). Direktheizungen als Hauptheizsysteme im Neubau sind meist nicht mehr zulässig. Folgende Systeme sind gebräuchlich:
- Speicherheizgeräte
- Elektrokonvektoren
- Heizlüfter und Paneele
- Elektrische Fußbodenheizung und Infrarotstrahler vorwiegend zur Einzelraumheizung
- Elektrischer Zentralspeicher
- Durchflusskessel für Zentralheizungsanlagen
- Wärmepumpen: benötigen nur zum Antrieb Strom und können mit 1 kWh elektrischer Energie rund 4 kWh Wärme erzeugen.
Achtung! In vielen Bundesländern können Sie für den Einsatz bestimmter Wärmeerzeuger Förderungen erhalten.
Für die Wärmeerzeugung stehen zahlreiche Energieträger zur Auswahl - von Fernwärme bis Biomasse.
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